Weill-Marchesani-Syndrom
Häufigkeit
Die Häufigkeit liegt bei etwa 1 : 100 000
Beratung
Anmeldung zum genetischen Beratungsgespräch unter +49 (0)89/309 08 86-0
Symptomatik
Das Weill-Marchesani-Syndrom (WMS) zählt zu den Bindegewebserkrankungen; Hauptmerkmale sind ein proportionierter Kleinwuchs, Brachydaktylie, eine charakteristische okuläre Symptomatik und Gelenksteifigkeit.
Die Augensymptomatik ist häufig klinisch führend und fällt bereits in der Kindheit auf. Neben der Linsenluxation und Sphärophakie liegt häufig eine (sekundäre) Myopie vor; weiterhin kann sich ein Glaukom entwickeln. Dadurch kann es zu einem deutlichen Visusverlust kommen. Die Körperlänge liegt meist unterhalb der 3. Perzentile. Bei manchen Patienten sind Herzfehler vorhanden (z.B. Pulmonalklappenstenose, Mitralinsuffizienz, Aortenklappenstenose, offener Ductus Botalli). Eine Entwicklungsverzögerung liegt in der Regel nicht vor.
Genetik
Das WMS wird sowohl autosomal dominant als auch autosomal rezessiv vererbt. Beide Formen können anhand der vorliegenden Symptome nicht unterschieden werden. Mutationen in ADAMTS10 sind ursächlich für das rezessiv vererbte WMS. In einer Familie mit autosomal dominanter Vererbung konnte eine Veränderung im Gen FBN1 nachgewiesen werden. Weiterhin wurden bei Patienten, die einen WMS-ähnlichen Phänotyp aufweisen, Mutationen in ADAMTS17 identifiziert. ADAMTS10 und ADAMTS17 sind Metalloproteinasen (a disintegrin-like and metalloproteinase with trombospondin type 1 motif); es wird davon ausgegangen, dass ADAMTS10 bei der Biogenese von Mikrofibrillen beteiligt ist.
Indikation
O.g. Symptomatik bzw. Teilsymptomatik, besonders bei familiärer Belastung.