Tumorerkrankungen
Erbliche Tumorerkrankungen
Krebserkrankungen betreffen jedes Jahr viele Personen in Deutschland und gehören nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen.
Die meisten dieser Erkrankungen treten in höherem Lebensalter auf und sind durch ein ungünstiges Zusammenspiel schwacher genetischer und äußerer Faktoren wie etwa der Ernährung, dem Rauchen oder anderen Lebensgewohnheiten bedingt. Etwa 5 % aller bösartigen Tumoren sind jedoch auf ein erbliches Tumorsyndrom zurückzuführen.
Die meisten dieser Erkrankungen treten in höherem Lebensalter auf und sind durch ein ungünstiges Zusammenspiel schwacher genetischer und äußerer Faktoren wie etwa der Ernährung, dem Rauchen oder anderen Lebensgewohnheiten bedingt. Etwa 5 % aller bösartigen Tumoren sind jedoch auf ein erbliches Tumorsyndrom zurückzuführen.
Was ist ein erbliches Tumorsyndrom?
Ein erbliches Tumorsyndrom bedeutet, dass in einer Familie eine bestimmte genetische Veranlagung dafür sorgt, dass manche Familienmitglieder ein erhöhtes Risiko haben, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Die Betroffenen tragen von Geburt an in allen Zellen eine genetische Veränderung, die zu einem deutlich erhöhten Risiko für bestimmte Tumoren führt. Häufig fallen diese Personen durch ein ungewöhnlich junges Erkrankungsalter, mehrere Tumorerkrankungen oder eine Häufung von Tumoren in der Familie auf.
Welches sind die häufigsten erblichen Tumorsyndrome?
Die mit Abstand häufigsten erblichen Tumorsyndrome sind der erbliche Darmkrebs und der erbliche Brust- und Eierstockkrebs. Etwa eine von 250 Personen ist in Deutschland Anlageträger für eine dieser Erkrankungen. Es ist wichtig, diese Personen zu erkennen, da ihr Krebsrisiko durch frühzeitige und engmaschige Vorsorgeuntersuchungen sowie ggf. prophylaktische Operationen gesenkt werden kann.
Wie wird ein erbliches Tumorsyndrom diagnostiziert?
Die Diagnose eines erblichen Tumorsyndroms wird in der Regel durch den Nachweis der ursächlichen genetischen Veränderung bei einer betroffenen Person gestellt. Gesunde Familienangehörige können dann auf das Vorliegen dieser Variante getestet werden, um festzustellen, ob sie ebenfalls das erhöhte Tumorrisiko tragen (sog. prädiktive Testung).
Wie kann ich mein Risiko für erblichen Darmkrebs oder erblichen Brustkrebs einschätzen?
Die folgenden Fragen können Hinweise geben, ob in Ihrer Familie das Vorliegen eines erblichen Tumorsyndroms weiter abgeklärt werden sollte.
Gibt es in Ihrer Familie mindestens:
Wenn keines dieser Kriterien in Ihrer Familie zutrifft, ergibt sich aus diesem Fragebogen kein Hinweis auf erblichen Brustkrebs oder Darmkrebs in Ihrer Familie. Sie sollten die allgemein empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen bezüglich dieser Krebserkrankungen wahrnehmen.
Wenn allerdings in Ihrer Familie mehrere Krebserkrankungen bei eng verwandten Personen aufgetreten sind, die durch den Fragebogen nicht erfasst werden, empfehlen wir Ihnen für eine genauere Einschätzung dennoch eine humangenetische Beratung.
Um ihr individuelles Tumorrisiko unabhängig der Familienanamnese zu bestimmen, kann ein Tumorpräventionspanel durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.
Gibt es in Ihrer Familie mindestens:
- Eine Person mit Darmkrebs unter 60 Jahren?
- Zwei Personen mit Darmkrebs?
- Eine Person mit Darmkrebs und einem weiteren Tumor (auch zweiter Darmkrebs)?
- Eine Person mit Dünndarmkrebs?
- Eine Frau mit Brustkrebs unter 36 Jahren?
- Zwei Frauen mit Brustkrebs?
- Eine Frau mit Eierstockkrebs?
- Einen Mann mit Brustkrebs?
- Zwei Personen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Wenn keines dieser Kriterien in Ihrer Familie zutrifft, ergibt sich aus diesem Fragebogen kein Hinweis auf erblichen Brustkrebs oder Darmkrebs in Ihrer Familie. Sie sollten die allgemein empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen bezüglich dieser Krebserkrankungen wahrnehmen.
Wenn allerdings in Ihrer Familie mehrere Krebserkrankungen bei eng verwandten Personen aufgetreten sind, die durch den Fragebogen nicht erfasst werden, empfehlen wir Ihnen für eine genauere Einschätzung dennoch eine humangenetische Beratung.
Um ihr individuelles Tumorrisiko unabhängig der Familienanamnese zu bestimmen, kann ein Tumorpräventionspanel durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.
Liquid Biopsy – Flüssigbiopsie
Was ist Liquid Biopsy?
Eine Liquid Biopsy, auch Flüssigbiopsie genannt, bezeichnet die nicht-invasive Probenentnahme von Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise Blut. Sie ermöglicht den Nachweis von zellfreier bzw. zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) zur Diagnose und zum Monitoring von Krebs.
Wie funktioniert Liquid Biopsy?
Die Methode basiert auf der Tatsache, dass Krebszellen DNA und andere Biomoleküle in das Blut abgeben. Diese Biomoleküle können dann im Blut nachgewiesen und analysiert werden. Das Vorhandensein von ctDNA im Blut steht im direkten Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Krebszellen im Körper.
Die Liquid Biopsy kann zur Diagnose von Krebs eingesetzt werden, zur Überwachung des Fortschreitens der Krankheit und zur Identifizierung von genetischen Veränderungen, die für die Auswahl der geeigneten Therapie wichtig sind.
Die Liquid Biopsy kann zur Diagnose von Krebs eingesetzt werden, zur Überwachung des Fortschreitens der Krankheit und zur Identifizierung von genetischen Veränderungen, die für die Auswahl der geeigneten Therapie wichtig sind.
Was sind die Vorteile einer Liquid Biopsy?
Der größte Vorteil der Liquid Biopsy ist die nicht-invasive Probenentnahme, bei der nur eine Blutprobe benötigt wird.
Weitere Vorteile sind:
Weitere Vorteile sind:
- Häufigere Durchführung: Die Liquid Biopsy kann häufiger durchgeführt werden, um den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit der Behandlung zu überwachen, ohne dass erneut eine Gewebeentnahme erfolgen muss.
- Erreichbarkeit: Die Liquid Biopsy ermöglicht den Zugriff auf zellfreie Tumor DNA, die im Blut zirkulieren und daher aus dem gesamten Körper stammen kann, auch aus Bereichen, die für eine Biopsie nur sehr schwer zugänglich sind.
- Schnelle Ergebnisse: Im Gegensatz zu herkömmlichen Biopsien, bei denen es über einen Monat dauern kann, bis Ergebnisse vorliegen, kann eine Liquid Biopsy innerhalb von ein bis zwei Wochen Ergebnisse liefern.
Bei welchen Krebsarten kann Liquid Biopsy angewendet werden?
Wir bieten Liquid Biopsy für die Therapieentscheidung und als Verlaufskontrolle unter anderem für folgende Tumorarten an:
- Lungenkrebs (Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC))
- Brustkrebs (Mammakarzinom)
- Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom)
- Darmkrebs (Kolorektales Karzinom)
- Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
- Urothelkarzinom
- Schilddrüsenkarzinom
Welche verschiedenen Einsatzbereiche gibt es für Liquid Biopsy Analysen?
- Analyse zur Therapieentscheidung: Bei Tumoren mit Varianten in bestimmten Genen können spezifische Therapeutika eingesetzt werden. Z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) bei Varianten im Gen EGFR.
- Bei einer Verlaufskontrolle wird während bzw. nach einer Therapie die Liquid Biopsy auf eine bereits aus der Erstdiagnose bekannten Variante untersucht, um in Echtzeit zu überprüfen, wie gut Sie auf die Therapie ansprechen. Des Weiteren kann nach einer erfolgreichen Operation das Vorhandensein einer minimalen Resterkrankung oder auch im weiteren Verlauf das Auftreten eines Rezidivs nachgewiesen werden.
Werden die Kosten für eine Liquid Biopsy Untersuchung von der Krankenkasse übernommen?
Die Kosten für eine Liquid Biopsy Untersuchung werden bei einigen Krebsarten für bestimmte Analysen bereits von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Insbesondere betrifft dies Analysen zur Therapieentscheidung wie z.B. EGFR, PIK3CA und ESR1.
Sollte die Analyse nicht regulär von ihrer Krankenkasse übernommen werden, empfehlen wir die Beantragung der Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse. Hierbei sind wir gerne behilflich.
Sollte die Analyse nicht regulär von ihrer Krankenkasse übernommen werden, empfehlen wir die Beantragung der Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse. Hierbei sind wir gerne behilflich.
Was kostet eine Liquid Biopsy Untersuchung?
Die Kosten sind abhängig von der Art der Analyse und bewegen sich zwischen 705 und 3.490 Euro.
Ich möchte eine Liquid Biopsy Analyse durchführen lassen. Wie geht es weiter?
Wenn Sie eine Liquid Biopsy durchführen lassen wollen, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder machen einen Termin im MGZ aus.