Spinale Muskelatrophien, TRPV4-assoziiert (SPSMA, CDSMA)

Beratung

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Symptomatik

Veränderungen im Gen TRPV4 können zu einer Reihe unterschiedlicher Krankheitsbilder führen. Es sind, neuromuskuläre und skelettale Phänotypen zu unterscheiden, die aber klinisch auch überlappen können.

Scapuloperoneale spinale Muskelatrophie (SPSMA)

  • Langsam progredienter Verlust der zweiten Motorneuronen mit Schwäche und Atrophie in der Schultergürtelmuskulatur und der Unterschenkelmuskulatur. In der Muskelbiopsie können Zeichen der De- und Reinnervation nachweisbar sein.
  • Laryngomalazie und Stimmlippenparesen
  • Gelegentlich sensorisch-neuronale Schwerhörigkeit
  • Selten sensorische Defizite
  • Kyphoskoliose

Kongenitale distale spinale Muskelatrophie (CDSMA)

  • Kongenitaler Beginn, kein oder sehr langsam zunehmender Verlust der zweiten Motorneuronen mit assoziierter Muskelschwäche und Atrophie mit Betonung der distalen Beinmuskulatur
  • Beugekontrakuren der Knie und Hüften häufig seit Geburt
  • Fettige Atrophie der Waden- und Oberschenkelmuskulatur mit Aussparung des medialen Musculus gastrocnemius

Weitere TRPV4-assoziierte Differentialdiagnosen finden Sie hier.

Genetik

Das Gen TRPV4 kodiert für einen moderat Calcium-permeablen Kationenkanal („transient receptor potential vanilloid cation channel 4“) der in einer Vielzahl von Gewebetypen exprimiert wird und diverse physiologische Funktionen, u.a. in der Osmoregulation, Mechano- und Nozizeption, sowie Knorpel- und Knochenausbildung hat.  Das Gen ist auf dem langen Arm von Chromosom 12 (12q24.1) lokalisiert. Sämtliche assoziierte Erkrankungen folgen einem autosomal dominanten Erbgang. Die Penetranz kann variabel sein.