MECP2-Duplikations-Syndrom
Synonyme
X-chromosomale mentale Retardierung, Lubs Typ, MRXSL
Beratung
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Symptomatik
Eine Duplikation des Gens MECP2 wird bislang nur bei Jungen mit einer klinischen, insbesondere neurologischen Symptomatik beschrieben (Deletionen und Mutationen von MECP2 sind beim Rett-Syndrom beschrieben). Da MECP2 auf dem X-Chromosom lokalisiert ist und die Betroffenen keine spezifischen Dysmorphien aufweisen, gehört das Krankheitsbild zur Gruppe der NS-XLMR (non syndromic X-linked mental retardation). Weibliche Anlageträger sind in der Regel klinisch gesund.
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Postpartale und infantile Hypotonie
- Schluckstörungen
- Langsame motorische Entwicklung
- Progressive, beinbetonte Spastik
- Schwere mentale Retardierung mit deutlich eingeschränkter (Verlust erlernter Sprache) oder fehlender Sprachentwicklung
- Erhöhte Infektneigung, vor allem Atemwegsinfekte
- Epilepsie (50 %), meist generalisiert, auch Atonien oder Absencen
- Bei ca. 30 % der Betroffenen kein freies Laufen, sonst Ataxie
- Milde Gesichtsdysmorphien:
- Brachyzephalie
- Mittelgesichtshypoplasie
- Große Ohren
- Körpergröße und Kopfumfang meist normal (außer bei sehr großen Deletionen, hier auch urogenitale Fehlbildungen)
- Eingeschränkte Lebenserwartung bei 50 % der Betroffenen, meist durch rekurrierende schwere Infekte
- Seltene Symptome
- Obstipation
- Corpus callosum Hypoplasie
- Handstereotypien
Genetik
Das Gen MECP2 liegt auf dem Chromosom Xq28. Die Duplikation umfasst 0,3-2,3 Mb. Bei den selteneren großen Duplikationen können zusätzliche klinische Symptome vorliegen. Für männliche Betroffene wird eine 100 %ige Penetranz angegeben, weibliche Anlageträger weisen in der Regel eine ungleiche X-Inaktivierung auf.
Indikation
- Jungen mit o. g. Verlauf oder abgeschwächter Symptomatik und kongenitalen Formen
- Schwere Enzephalopathie
- Ungeklärte Retardierung bei Knaben
- Mütter von betroffenen Mädchen mit nachgewiesener Mutation