Präventionsgenetik – Wissen, das schützt!

Das MGZ erforscht, wie sich genetische und epigenetische Informationen über Polygenic Risk Scores, Aging Clocks und Pharmakogenetik für eine risikoadaptierte Medizin nutzen lassen.

Genetische Information für risikoadaptierte Prävention

Ein wachsender Teil der Humangenetik zielt heute nicht mehr nur auf die Abklärung bestehender Erkrankungen, sondern auf die frühzeitige Einschätzung individueller Risiken. Genetische und epigenetische Marker können dazu beitragen, Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen gezielter zu planen und medizinische Entscheidungen individueller auszurichten.

Am MGZ bündelt der Forschungsbereich Präventionsgenetik drei Ansätze, die über die klassische monogenetische Diagnostik hinausgehen und zusätzliche, meist quantitative Kenngrößen liefern.
Präventionsgenetische Kenngrößen sind statistische Werkzeuge. Ihre Aussagekraft hängt u. a. von Datenbasis, Population und Studiendesign ab. Die Einordnung eines konkreten Ergebnisses erfordert immer die individuelle fachliche und ärztliche Beratung.

Polygenic Risk Scores (PRS)

Ein Polygenic Risk Score fasst die Effekte vieler genetischer Varianten (SNPs) zu einer auswertbaren Kenngröße zusammen und ordnet eine Person innerhalb der Risikoverteilung einer Population ein. Die Forschungsansätze des MGZ umfassen die klinische Validierung und Kalibrierung von PRS für verschiedene Indikationen, ihre Kombination mit klinischen und molekularen Parametern sowie den Nutzen für eine risikoadaptierte Prävention und Früherkennung.

Aufbauend auf dem ergänzenden klinischen Einsatz von PRS in der Brustkrebsdiagnostik führt das MGZ aktuell ein Forschungsprojekt zu Polygenic Risk Scores bei Brustkrebs durch, das sich mit der wissenschaftlichen Validierung dieses Ansatzes befasst. Weitere Angaben zu Projektstand, Kooperationspartnern oder Förderung werden ergänzt, sobald sie vorliegen.

Laufendes Forschungsvorhaben – konkrete Ergebnisse oder Studiendetails werden hier bewusst nicht dargestellt. Sofern personenbezogene Daten oder Proben von Studienteilnehmenden verwendet werden, erfolgt die Teilnahme im Rahmen der jeweils gültigen Einverständniserklärung, die projektbezogen verlinkt wird, sobald sie vorliegt.

Pharmakogenetik

Die Pharmakogenetik untersucht, wie genetische Unterschiede die Wirkung, Verträglichkeit oder Dosierung von Arzneimitteln beeinflussen können. Die Forschungsfragen des MGZ reichen von der Identifikation und Validierung pharmakogenetischer Marker über die Integration genomischer Daten in Therapieentscheidungen bis zur Untersuchung des klinischen Nutzens in unterschiedlichen Patientenkollektiven – etwa in Onkologie, Kardiologie oder Neurologie.

Ob ein pharmakogenetischer Marker für eine konkrete Therapieentscheidung relevant ist, muss im Einzelfall fachlich und ärztlich beurteilt werden.

Aging Clocks

Aging Clocks (epigenetische Uhren) schätzen anhand altersassoziierter DNA-Methylierungsmuster ein biologisches Alter, das vom chronologischen Alter abweichen kann (Age Acceleration). Der Forschungsfokus des MGZ liegt auf der Validierung verschiedener Aging-Clock-Modelle, der Analyse individueller Alterungsdynamiken sowie der Frage, inwieweit sich biologische Alterungsmarker als Biomarker für Erkrankungsrisiken, Interventionen oder Therapieeffekte eignen.

Die Einordnung eines Ergebnisses zur biologischen Alterung hängt von der individuellen Situation und ärztlichen Beratung ab. Aussagen zu einzelnen Erkrankungsrisiken lassen sich aus einem Aging-Clock-Ergebnis allein nicht ableiten.

Interesse an einer wissenschaftlichen Kooperation?

Sie forschen im Bereich Präventionsgenetik und möchten sich austauschen oder eine Zusammenarbeit anfragen? Das MGZ bringt methodische Expertise in genetischer und epigenetischer Risikoanalytik sowie langjährige Erfahrung in der translationalen Humangenetik mit.

Kontakt für Forschungskooperationen: info.rnd@mgz-muenchen.de