Ergebnisse aus Liquid Biopsy Analysen von ESR1, PIK3CA, AKT1 und PTEN

20. September 2024

Bis zu 40 Prozent der Patientinnen, mit ER+/HER2-Mammakarzinom, entwickeln unter der Standardbehandlung eine Resistenz. Die von der EMA zugelassenen Behandlungen Elacestrant, Alpelisib und Capivasertib sind seit kurzem für ER+/HER2-Patientinnen im fortgeschrittenen Stadium verfügbar, die therapierelevante Varianten in ESR1, PIK3CA, AKT1 bzw. PTEN aufweisen. Das Vorhandensein von therapierelevanten Varianten kann mittels minimalinvasiver Liquid Biopsy zur Analyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) nachgewiesen werden. In Deutschland wird die Routineanalyse von ESR1 und PIK3CA von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

In einer Kohorte von 145 ER+/HER2- Brustkrebspatientinnen, die wir auf Varianten in ESR1, PIK3CA, AKT1 und PTEN untersucht haben, identifizierten wir insgesamt bei 65 % der Patientinnen therapierelevante Varianten, meist war nur ein Gen betroffen (70 Pat., 48 %). Es wurden vor allem Varianten für ESR1 (25 Pat., 17 %) oder PIK3CA (39 Pat., 27 %) und in geringerem Maße für AKT1 (5 Pat., 3 %) oder PTEN (1 Pat., 1 %) identifiziert. Interessanterweise zeigte sich eine deutliche Anzahl von Patientinnen mit Varianten, die ESR1 zusammen mit PIK3CA, AKT1 oder PTEN aufwiesen (24 Pat., 17 %), überwiegend ESR1 und PIK3CA (19 Pat., 13 %) und in geringerem Maße ESR1 und AKT1 (3 Pat., 2 %), ESR1 und PTEN (1 Pat., 1 %) oder ESR1, PTEN und PIK3CA (1 Pat., 1 %). Zu beachten ist, dass ~30 % aller therapierelevanten Varianten in einem Bereich von 0,1 %-0,5 % VAF entdeckt wurden, was den Nutzen einer hochsensitiven ctDNA-Analyse für die Ermittlung von Therapieoptionen in der Routinediagnostik unterstreicht. Dies setzten wir mit der Verwendung der hochsensitiven Duplexsequenzierung um, eine NGS-Methode, die therapierelevante Varianten für ein an den ESMO-ctDNA-Richtlinien ausgerichtetes Genpanel bereits ab einer Variantenallelfrequenz (VAF) von 0,1 % nachweisen kann.

Was ist bei der Anforderung einer Liquid Biopsy Analyse zu beachten?